Format: Gesprächskonzert / Gastvortrag

Datum, ort und zeit: 12. Februar 2021, HKB, 18:30 Uhr / 11. März 2021, HSLU, 18:30 Uhr

Das Projekt versucht die in den letzten Jahrzehnten viel diskutierte Problematik der globalen Überwachung als eine Form der Ungerechtigkeit von einer musikalischen Perspektiven zu thematisieren. Neben der Auseinandersetzung mit Neuer Musik als darstellender Kunst möchten wir die künstlerische Forschung des Spanischen Medienkünstlers und Komponisten Óscar Escudero vermitteln. Ziel des Projektes ist es, durch künstlerische, akademische und interdisziplinäre Forschung “Modi des Widerstandes” zu entwickeln, um letztlich dessen Vermittlung in einem Gesprächskonzert oder „Artist Talk“ zu leisten.

Die Neue Musik greift häufig auf Strategien zurück, die aus dem Bereich der Kunst kommen (Performance, Happenings, Installationen), was zu einem wachsenden Interesse von Sozialwissenschaftlern an zeitgenössischen künstlerischen Strategien geführt hat. Kritische Kunstwerke über Überwachung haben die komplexen Beziehungen zwischen Menschen und Kontrollsystemen problematisiert und dazu beigetragen, diese neu zu überdenken. Als Teil dieser Denkübung über die Schnittpunkte zwischen dem Künstlerischen und dem Politischen, möchten wir uns auf ihre Widerstandsarten konzentrieren. Auch wenn Diskurse des Widerstands sehr geläufig sind, muss man sich fragen: Inwieweit sind politische oder künstlerische Praktiken wirklich fähig Widerstand zu leisten? Ist der Bruch des Algorithmus in der digitalen und urbanen Welt sinnvoll? Ist es noch eine Bedrohung? Um über Widerstand nachzudenken und das Publikum in Lärm- oder Spam-Praktiken zu verwickeln, um leere Daten als tägliche ideologische Performance zu generieren, stellen wir dieses Projekt vor.

The identification of the performer as a “user of the piece” generates a strong starting grammar in which the virtual alter ego interacts with the musicians in a quite diverse form. The instrumental gesture finds an intrinsic parallelism with what happens on the virtual layer, converting the instrument into surfaces (track pads), and the bodies into swaying objects in counterpoint with their own avatars. […] In the meantime, an excess of simultaneity adds complexity layers to the created situation. On the other hand, the geo-location coordinates and, in general, all the topological personalization process, contributes to create a strangeness in which sound performs the most important role as an axiom between the rest of the elements. (Escudero, 2016)

Escuderos Werke erfordern eine Personalisierung des Videomaterials nicht nur durch die Aufnahme, sondern auch durch die Nutzung der persönlichen Profile der Darstellenden in verschiedenen sozialen Netzwerken, die als digitale Bühne gelten. Die Musikperformance überschreitet ihre traditionellen Interpretationsgrenzen und inszeniert die soziale (und digitale) Konstruktion in kontemplativen und partizipatorischen Modi.

Keynote Speaker: Óscar Escudero

Moderatorin: Isabel J. Piniella Grillet