Nach den Konzertreihen Klein! und Grenzen präsentiert das Ensemble SoundTrieb Timbres: Eine Klangwelt, in der prasselnde Hauch- und Schleifgeräusche den einfachen Soundeffekt überschreiten und eine eigene Sprache bilden. Franck Bedrossian, eine zentrale Figur der heutigen Musik, schafft seit seinen Anfängen des Komponierens energiegeladene Werke, in denen er die Ambiguität der Klangfarben mit der ständigen Erweiterung der Spieltechniken verbindet. Aneinander geriebenes Polystyrol und durch Bottleneck oder CD-Hüllen angeschlagene Klaviersaiten sind Effekte, die im virtuosen Werk Edges (2010) für Klavier und Perkussion verwendet werden.
Timbres spielt mit dem Reiz der verschiedenen akustischen Möglichkeiten, die sich von den traditionellen Anwendungen lösen, um aus einer reichen Fülle an Klängen schöpfen zu können und somit neue Welten zu begehen. Bei Liza Lim erscheinen simultan kontrastierende Klanglandschaften durch die Verwendung eines Guiro- Bogens, indem Holz und Rosshaar abwechselnd die Saiten streichen. Was klingt, ist mal melodisch, mal harmonisch - je nach dem, wie stark die Saiten durch Reibung ins Schwingen kommen. Im Werk Astraglossa (2016) von Helga Arias werden astronomische Klangsignale eingemischt. Ein speziell für das Ensemble SoundTrieb komponiertes Werk bietet dem Ensemble die Gelegenheit, ein weiteres Mal mit der Komponistin Charlotte Torres zusammenarbeiten zu können.
Im Duett, Quintett oder Solo, auf der Bühne oder um das Publikum herum: Es geht darum, eine neue Welt der Klangpoesie zu betreten, wo Wahrnehmungen verwischt und vermischt werden und das Erlebnis von neuen Wegen des Hörens im Raum steht.

Schönheit als Verweigerung von Gewohnheit – Helmut Lachenmann

Werke von Franck Bedrossian, Helga Arias, Rebecca Saunders und Charlotte Torres (Neue Werk für Soundtrieb).