Das Verzeihen gehört bekanntlich zum wohlerzogenen Menschen. Zudem wird erwartet, dass Menschen sich so benehmen, dass eine Entschuldigung nicht nötig sein sollte, und wenn, dann nur wegen einer Unabsichtlichkeit. Natürlich darf man sich dann nur wünschen, dass der Fehler freundlicherweise verziehen werden soll.

Diese Grundstruktur kann aber in mehrere Richtungen bearbeitet und manipuliert werden, bis Höflichkeit an beiden Enden des Spektrums erscheint: Entweder nutzt man die Entschuldigung als Ausrede aus, oder man macht sich Sorgen über etwas, bevor etwas überhaupt passiert ist.

…ich verstehe nicht!
…ich habe viel zu tun!
…ich habe keine Zeit!

Anderseits ist sich der höfliche Mensch seines Benehmens und seiner Entscheidungen in einem Kontext, in dem an ihn gewisse Erwartungen gestellt werden, bewusst. Und sobald ihm bewusst ist, dass er manche Erwartungen nicht wird erfüllen können, denkt er, sich vorbeugend entschuldigen zu müssen.

…wir spielen neues Zeug!

Werke von Charlotte Torres, James Saunders, Klaus Huber und Urban Mäder.